The Greasy Strangler

horror1966
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The Greasy Strangler

Beitragvon horror1966 » Mi Jun 28, 2017 7:31 pm

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The Greasy Strangler
(The Greasy Strangler)
mit Michael St. Michaels, Sky Elobar, Elizabeth De Razzo, Gil Gex, Abdoulaye NGom, Holland MacFallister, Sam Dissanayake, Joe David Walters, John Yuan, Matt Yuan, Mel Kohl
Regie: Jim Hosking
Drehbuch: Jim Hosking / Toby Harvard
Kamera: Mårten Tedin
Musik: Andrew Hung
FSK 16
Großbritannien / Neuseeland / USA / 2016

Big Ronnie und sein Sohn Big Brayden veranstalten Touren durch Los Angeles zu den besten Partylocations. So richtig gut war das Vater-Sohn-Verhältnis noch nie. Das bessert sich auch nicht, als die attraktive Janet sie bei einer ihrer Touren begleitet. Es entbrennt ein heißer Kampf zwischen den beiden. Wer kann nun die Gunst der schönen Janet für sich gewinnen? Zu alledem treibt sich nachts ein Killer durch Los Angeles' Straßen. "The Greasy Strangler" wird dieser fettige Würger genannt. Sein unverwechselbares Markenzeichen ist, sich mit ranzigem Bratfett einzureiben und seine Opfer zu erwürgen. Machen Sie sich bereit für dieses total abgefahrene und urkomische Feuerwerk der Geschmacklosigkeiten.


Manche Filme fallen ganz einfach nicht unter die normalen Bewertungskriterien und aus diesem Grund auch nur einer ganz bestimmten Zielgruppe zugänglich. "The Greasy Strangler" dürfte eindeutig zu dieser Kategorie zählen, denn was Jim Hosking dem Zuschauer präsentiert geht wirklich auf keine Kuhhaut. Dieser als Horrorkomödie getarnte Trashfilm sprengt nämlich jeglichen Rahmen und dürfte für die Freunde des schlechten Geschmacks eine wahre Offenbarung sein. Über die Story an sich muss man nicht viel sagen, denn diese dient doch im Prinzip lediglich als nötige Umrahmung für ein echtes Sammelsurium an Absurditäten, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Dabei bedient sich Hosking ganz ungeniert an etlichen Elementen der Troma-Schmiede und vermischt diese gekonnt mit dem unvergleichlichen Nihilismus eines Helge Schneider. Als dritte Zutat ist dann auch noch der zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftige Humor eines Quentin Dupieux mit an Bord, so das man sich gut ausmalen kann, das sich eine insgesamt mehr als krude Mixtur ergibt. Genau diesem Umstand ist es dann auch geschuldet, das "The Greasy Strangler" einen äußerst nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlässt, denn dieses abstruse Szenario kann man beim besten Willen nicht so schnell vergessen.

Dafür sorgen allein schon unzählige Einblicke die man eigentlich gar nicht haben will, denn wer kann sich denn an der Ansicht nackter und vollkommen unästhetischer Körper erfreuen, die einem hier mehr als nur einmal präsentiert werden? Es gibt wirklich viel nackte Haut zu sehen, wobei man sich allerdings die dabei gewährten Ansichten lieber erspart hätte, da sie sich unauslöschlich ins Gehirn einprägen. Dennoch passt dieser Aspekt so unglaublich gut in das gewonnene Gesamtbild, denn Hosking serviert ohne Unterlass immer wieder etliche Fremdschäm-Momente, die gleichzeitig auch ein unverwechselbares Stilmittel dieses Filmes sind. Das macht sich dann auch sowohl in den Dialogen, als auch in der enthaltenen Situationskomik bemerkbar, denn neben etlichen Kraftausdrücken und jeder Menge Fäkalhumor wird man mit unzähligen absurden Situationen konfrontiert, für die man einfach keine Worte findet. Nicht verzichtet wird dabei auf einen ganz gehörigen Ekelfaktor, denn in so manchen Passagen dreht sich einem fast schon der Magen um. Das Ganze ist allerdings dermaßen abwegig und völlig skurril in Szene gesetzt worden, das man sich wunderbar daran erfreuen kann. Das wird aber ganz bestimmt nicht auf jeden zutreffen, denn "The Greasy Strangler" zählt ziemlich eindeutig zu der Art von Filmen, die die Meinungen extrem spalten werden.

So manch einer wird wohl eher gar nichts mit diesem Werk anfangen können, wobei Liebhaber des schlechten Geschmacks mit einer echten Trash-Granate belohnt werden. Ich persönlich zähle mich zur zweiten Gruppe, denn diese Mischung aus Nihilismus, Retro-Look und groteskem Humor ist einfach nur als göttlich zu bezeichnen und in seiner Sparte dürfte das Werk eventuell sogar zu einem gewissen Kultstatus gelangen. Dafür dürften allein schon die beiden Hauptfiguren Big Ronnie und Big Brayden sorgen, die wohl gleichzeitig das skurrilste Vater-Sohn Duo der Filmgeschichte darstellen dürften. Die beiden sorgen für jede Menge absurder Schauwerte, so sind beispielsweise ihre pinkfarbenen Outfits ein visueller Hingucker. Das ist allerdings nur einer von vielen trashigen Höhepunkten, mit denen "The Gresy Strangler" nun wirklich reichlich bestückt ist. Im Prinzip reiht sich ein abwegiger Moment an den anderen und genau das macht diesen Beitrag auf seine ganz eigene Art so unglaublich sehenswert und faszinierend.

Am Ende kommt es selbstverständlich auf den persönlichen Geschmack an, denn so manch einer wird bei der Ansicht dieses Filmes eventuell nur die Nase rümpfen. Andere dürften in wahre Begeisterungsstürme ausbrechen, denn eine solche Ansammlung von völlig überzogenen Momenten bekommt man eher selten geboten. Der enthaltene Humor wird nicht jedem gefallen und man muss schon eine echte Vorliebe für Ekelmomente, Fäkalhumor und Absurditäten haben, um an dieser Stelle voll auf seine Kosten zu kommen. Von meiner Seite aus gibt es jedenfalls eine ganz dicke Empfehlung, denn Hosking hat hier wirklich gute Arbeit geleistet und dabei eine echte Trash-Granate auf den Weg gebracht, wie man sie schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen hat.


Fazit:


Eklig, absurd und absolut überspitzt, die Schlagworte treffen das Gesamtbild wohl am besten. Für Freunde des schlechten Geschmacks offenbart sich hier ein absoluter Volltreffer, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Wer jedoch Wert auf Niveau legt sollte die Finger von diesem Werk lassen, denn das beinhaltet "The Greasy Strangler" auf keinen Fall.


9/10 auf der nach oben hin offenen Trash-Skala

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