2000 Maniacs

horror1966
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2000 Maniacs

Beitragvon horror1966 » Sa Sep 30, 2017 10:43 am

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Two Thousand Maniacs
(Two Thousand Maniacs!)
mit Connie Mason, William Kerwin, Jeffrey Allen, Shelby Livingston, Ben Moore, Jerome Eden, Gary Bakeman, Stanley Dyrector, Linda Cochran, Yvonne Gilbert
Regie: Herschell Gordon Lewis
Drehbuch: Herschell Gordon Lewis
Kamera: Herschell Gordon Lewis
Musik: Larry Wellington
ungeprüft
USA / 1964

Die kleine Stadt Pleasant Valley, die im Jahr 1865 währen des amerikanischen Bürgerkriegs von den Yankees zerstört wurde, erwacht nach 100 Jahren plötzlich wieder zum Leben. Als sich ein paar ahnungslose Touristen in das verschlafene Tal verirren, beginnt ein grausamer Rachefeldzug. Sie sollen als "Gäste" an den Feierlichkeiten und "Spielen" teilnehmen. Auf blutige Art und Weise wird jedoch schnell klar, was die zweitausend wahnsinnigen Einwohner des Ortes darunter verstehen. Als Terry und Jank die Situation begreifen, versuchen sie den Horror zu entkommen...


Ohne wenn und aber dürfte "Two Thousand Maniacs" zu den absoluten Klassikern des Splatter-und Gore Horrorfilms zählen. Regisseur Herschell Gordon Lewis trägt nicht umsonst den Beinamen "Godfather of Gore", zählt der gute Mann doch definitiv zu den ersten seiner Zunft, die ihren Werken einen gehörigen Härtegrad beifügten. Natürlich muss man das aus heutiger Sicht ein wenig relativieren, aber zur damaligen Zeit handelte es sich in diesem Bereich um waschechte Pionierarbeit, die sich immer noch verdammt gut anschauen lässt. Aber nicht nur diverse blutige Einstellungen zeichnen diese absolute Low Budget Produktion aus die gerade einmal mit einem Budget von gut 65.000 $ auf die Beine gestellt wurde, vielmehr ist es die äußerst gelungene Kombination aus Horror und Komödie die diese herrlich schräge Geschichte auszeichnet.

Es handelt sich um eine wunderbar unterhaltsame Erzählung, die man auch ohne Weiteres als Vorreiter der Hillbilly und Redneck Filme bezeichnen kann, in der sich längst verstorbene Südstattler nach 100 Jahren an diversen Leuten aus dem Norden auf grausame, gleichzeitig aber auch skurrile Art und Weise rächen wollen. Schauplatz des Ganzen ist ein Kaff namens Pleasant Valley und einige Nordstaatler sollen hier während einer Feier ihr Leben lassen. Von den im Filmtitel erwähnten 2000 Maniacs ist natürlich noch nicht mal ansatzweise etwas zu sehen, denn die Einwohnerzahl beschränkt sich gerade einmal auf ungefähr ein Zehntel der angegebenen Zahl. Das ist allerdings auch vollkommen irrelevant, denn es interessieren vielmehr die grotesken Spielchen, mit denen den Leuten aus dem Norden der Garaus gemacht werden soll. Hierbei geht es dann auch munter zur Sache, wobei Lewis sorgsam darauf geachtet hat, seiner Geschichte jede Menge schwarzen Humor und eine ordentliche Portion Sarkasmus beizufügen. So werden die Abläufe dann auch stellenweise bewusst überspitzt in Szene gesetzt und auch das Schauspiel der Akteure passt sich diesem Aspekt nahezu perfekt an, indem vor allem von den Stadtbewohnern ein herrliches Overacting an den Tag gelegt wird.

Dadurch offenbart sich fast schon zwangsläufig eine trashige Note, die dem Film auch gleichzeitig seinen unvergleichlichen Charme angedeihen lässt. Es passt ganz einfach alles super zusammen in dieser kruden Produktion, die siffige und fast schon schmierige Grundstimmung ist durchgehend vorhanden, der Humor ist in eigentlich allen Passagen nicht zu übersehen und auch die teils etwas blutigeren Einlagen kommen des Öfteren zum Einsatz. Das Endergebnis kann sich dann wirklich sehen lassen und nicht umsonst wurde diesem Klassiker im Jahr 2005 mit "2001 Maniacs" auch ein Remake spendiert, in dem Robert Englund alias Freddy Krueger mit von der Partie ist. Zwar kommt die Neuauflage nicht ganz an den Charme und Liebreiz des Originals heran, dafür ist die Version von Tim Sullivan allerdings in visueller Hinsicht die ganz klar blutigere und härtere Variante. In diesem Bezug verbietet sich aber prinzipiell ein direkter Vergleich, denn in den über vier Jahrzehnten die zwischen den beiden Filmen liegen, hat der Horrorfilm gerade im Bezug auf visuelle Härte eine wahre Revolution erlebt.

Wie dem auch sei, beide Versionen sind absolut sehenswert, nur ist eben das Original von Herschell Gordon Lewis ein absoluter Genre-Klassiker, der auch in der heutigen Zeit immer noch fantastisch funktioniert. Bot der Film zur damaligen Zeit noch etwas Revolutionäres, so lebt er heute wohl vielmehr von seinem einzigartigen Charme der die Jahrzehnte spielerisch und absolut schadlos überstanden hat. Die späte Rache der Südstaaten ist hier zwar auf einen einzigen Ort beschränkt, gestaltet sich aber ungemein unterhaltsam und sadistisch, wobei man das Ganze auch immer mit einem leichten Augenzwinkern betrachten sollte. Untermalt wird das herrlich schräge Szenario dann auch noch von typischer Hillbilly-Musik, so das sich in der Summe gesehen ein mehr als vergnügliches Filmerlebnis präsentiert, dessen Reiz nach nach über vier Jahrzehnten ungebrochen ist.


Fazit:


Überzogen, skurril und mit unendlich viel Humor versehen offenbart sich mit "Two Thousand Maniacs" ein waschechter Herschell Gordon Lewis Horrorfilm der in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte. Durch das kürzlich erschienene Mediabook liegt der Film nun auch erstmals komplett in deutscher Sprache vor, da extra für die Veröffentlichung eine deutsche Retro-Synchronisation angefertigt wurde. Diese hört sich meiner Meinung nach auch richtig gut an, was die Anschaffung der neuen Veröffentlichung durchaus sinnvoll erscheinen lässt.


9/10

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