The Autopsy of Jane Doe

horror1966
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The Autopsy of Jane Doe

Beitragvon horror1966 » Do Feb 08, 2018 7:45 pm

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The Autopsy of Jane Doe
(The Autopsy of Jane Doe)
mit Brian Cox, Emile Hirsch, Ophelia Lovibond, Michael McElhatton, Olwen Catherine Kelly, Jane Perry, Parker Sawyers, Mary Duddy, Mark Phoenix
Regie: André Øvredal
Drehbuch: Ian B. Goldberg / Richard Naing
Kamera: Roman Osin
Musik: Danny Bensi / Saunder Jurriaans
FSK 16
Großbritannien / 2016

Der Gerichtsmediziner Tommy und sein Sohn Austin betreiben ein Bestattungsunternehmen in Virginia. Als Sheriff Sheldon den Körper einer namenlosen jungen Frau zu ihnen bringt, sieht zunächst alles nach einem ganz gewöhnlichen Fall aus. Doch im Laufe der Autopsie kommt es zu äußerst rätselhaften Entdeckungen: Äußerlich weist die Leiche keine Verletzungen auf, in ihrem Inneren ist der Körper jedoch durch Narben entstellt, verschmort und verstümmelt - anscheinend die Folgen einer grausamen und mysteriösen Foltermethode. Als Tommy und Austin beginnen, die grauenvollen Entdeckungen zu einem Gesamtbild zusammenzufügen, entfacht sich eine unnatürliche, bösartige Kraft.


Zwei Männer, eine mysteriöse Leiche und ein Seziersaal sind die Hauptzutaten für diesen britischen Horrorfilm, der die zweite Arbeit von André Øvredal (Trollhunter) darstellt. Ob das ausreicht um für jede Menge Spannung zu sorgen zeigt sich ziemlich schnell, denn von Beginn an schwingt bei "The Autopsy of Jane Doe" eine unglaublich mysteriöse Note mit. Dafür sorgt schon die Eröffnung der Geschichte, denn als bei einem augenscheinlichen Mehrfachmord noch zusätzlich die äußerlich vollkommen unverletzte und unbekannte Leiche einer jungen Frau gefunden wird, nimmt das Unheil zwangsweise seinen Lauf. Die folgende Autopsie soll Licht ins Dunkel bringen, doch mit zunehmender Laufzeit stehen Gerichtsmediziner Tommy und sein Sohn Austin immer mehr vor einem Rätsel, als das sie Antworten auf die unglaublichen Entdeckungen bekommen würden die sie im Inneren der Leiche finden. Um die Spannung nicht vorweg zu nehmen darf man an dieser Stelle nicht mehr verraten, aber es baut sich immer stärker ein Mysterium auf, das nicht so schnell zu entschlüsseln ist.

Im ersten Drittel der Geschichte gibt sich der aufkommende Horror in sehr subtiler Art und Weise zu erkennen und es ist genau dieser Umstand, der dem Ganzen eine besondere Note verleiht. Die Spannungsschraube wird kontinuierlich immer fester angezogen und die rätselhaften Entdeckungen häufen sich. Als dann nach gut der Hälfte des Filmes übernatürliche Phänomene auftreten verdichtet sich die von Haus aus schon äußerst dichte Grundstimmung noch zusätzlich, wobei man nun allerdings auch so langsam die Richtung erahnen kann, in die das Ganze letztendlich abzielt. Auch kleinere blutige Szenen werden nun eingestreut, wobei "The Autopsy of Jane Doe" sich allerings zu keiner zeit über einen gewissen Härtegrad definieren würde. Die Mystery-Elemente stehen ganz eindeutig im Vordergrund, zudem sind auch die schauspielerischen Leistungen der Hauptfiguren lobend zu erwähnen.

Der erfahrene Brian Cox und sein jüngerer Kollege Emile Hirsch ergänzen sich ganz hervorragend als Vater und Sohn Gespann und tragen die Story fast im Alleingang. Aber auch die hübsche Olwen Catherine Kelly als unbekannte Leiche sticht ins Auge und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zeigt die Kamera doch immer wieder ihr starres Gesicht mit den geöffneten Augen in Großaufnahme, was dem Zuschauer doch so manch kalten Schauer über den Rücken jagt. Und dann wäre da schließlich auch noch der Aspekt das es sicherlich Leichteres gibt, als den gesamten Film über regungslos auf einem Seziertisch zu liegen, was definitiv viel Ausdauer und Selbstbeherrschung von einem Darsteller verlangt. Das alles wurde wirklich absolut erstklassig in Szene gesetzt und sorgt dafür, das von der Story die gesamte Zeit über eine unglaublich starke Faszination ausgeht, die sich ganz automatisch auf einen selbst überträgt. Man kann hier richtig mit fiebern und wartet sehnsüchtig auf die endgültige Auflösung einer Erzählung, die von der ersten bis zur letzten Minute erstklassige Filmkost anbietet. Und gerade wenn ein Film fast ganzzeitig wie ein drei Personen Stück aufgebaut wurde ist das nicht so selbstverständlich, aber in vorliegendem Fall ist das grandios gelungen

Die anderen Akteure dienen hier letztendlich nur als nötiges Beiwerk, wobei das keineswegs negativ gemeint ist. Nur fallen die Spielanteile der Nebendarsteller halt extrem knapp aus, da sich der Fokus durchgehend auf den Gerichtsmediziner, seinen Sohn und die Leiche legt. In seiner Gesamtheit kann dieser Beitrag also absolut überzeugen und dürfte zu den positiv überraschenden Veröffentlichungen dieses Jahres zählen. André Øvredal hat alles richtig gemacht und einen mehr als nur stimmigen Genrebeitrag abgeliefert, denn bei "The Autopsy of Jane Doe" greifen sämtliche Rädchen perfekt ineinander. Für mich persönlich handelt es sich hier um eine extrem gute Gesamtkomposition, die man sich in regelmäßigen Abständen immer wieder gut anschauen kann. Denn auch wenn man nach der ersten Sichtung natürlich die Auflösung kennt, kann man sich wieder und wieder auf die grandiose und morbide Atmosphäre freuen, die von dieser tollen Produktion ausgeht.


Fazit:


Düster, unheilvoll und mysteriös kommt "The Autopsy of Jane Doe" daher und nimmt den Betrachter vom Anfang bis zum Ende für sich ein. Die vorhandenen Zutaten wurden perfekt miteinander vermischt, so das man letztendlich zu einem uneingeschränkt guten Gesamteindruck gelangen sollte.


8/10

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