Road House

horror1966
Beiträge: 277
Registriert: Di Feb 02, 2016 5:47 pm

Road House

Beitragvon horror1966 » Sa Sep 30, 2017 10:44 am

Bild




Road House
(Road House)
mit Patrick Swayze, Kelly Lynch, Sam Elliott, Ben Gazzara, Marshall R. Teague, Julie Michaels, Red West, Sunshine Parker, Jeff Healey, Kevin Tighe, John Doe
Regie: Rowdy Herrington
Drehbuch: R. Lance Hill / Hilary Henkin
Kamera: Dean Cundey
Musik: Michael Kamen
FSK 16
USA / 1989

Der professionelle Rausschmeißer Dalton soll das heruntergekommene "Double Deuce" auf Vordermann bringen. Schnell merkt er, das er mit mehr als nur ein paar Trunkenbolden aufzuräumen hat. Sein Gegenspieler ist der skrupellose Wesley, der mit seinen Mannen nicht nur die Bar, sondern auch die gesamte Stadt terrorisiert. Zu allem Überfluss verliebt sich Dalton in Wesleys Exfreundin Doc. Als der Schurke Daltons besten Freund und Mentor beseitigen lässt, sieht er rot. Er tötet Wesleys Killer, und als der Bösewicht auf Dalton anlegt, wird er von den rechtschaffenen Bürgern der Stadt erschossen.


Die Inhaltsangabe deutet schon auf einen typischen B-Actioner hin und deutet dabei auch gleichzeitig an, das man an dieser Stelle nicht zu viel inhaltliche Substanz erwarten sollte. Ehrlich gesagt ist die Geschichte sogar recht hanebüchen und unglaubwürdig, wobei auch noch unzählige Klischees vorhanden sind und die Rahmenhandlung maximal einen halben Bierdeckel füllen würde. Für wahre Cineasten dürfte sich das grausam anhören, der eingefleischte Action-Freak lässt sich davon jedoch keinesfalls abschrecken und wird mit einem typischen Genrebeitrag belohnt. Swayze wird förmlich zu einer ein Mann Armee aufgebaut und mit dem üblichen Helden-Pathos versehen, indem er fast im Alleingang eine Kleinstadt von einem machtbesessenen Tyrannen befreit, der hier eine wahre Terrorherrschaft an den Tag legt. Es handelt sich also um die typische Einzelgänger gegen Übermacht Thematik und obwohl sich das Ganze eher völlig unglaubwürdig darstellt, versteht es "Road House" durchgehend beste Unterhaltung abzuliefern.

Das liegt wohl in erster Linie an den unzähligen Action-Einlagen, denn alle paar Minuten geht es so richtig zur Sache und es gibt ordentlich auf die Fresse. Neben den handelsüblichen Kneipenschlägereien werden aber auch immer wieder recht sehenswerte Kampfeinlagen eingestreut, die entfernt sogar etwas mit Kampfsport zu tun haben. Aber machen wir uns nichts vor, hauptsächlich werden die niederen Instinkte mit satten Prügeleien bedient und von diesen gibt es jede Menge zu sehen. In rein filmischer Hinsicht ist also auf keinen Fall das Prädikat wertvoll zu vergeben, doch darauf hat es Regisseur Rowdy Herrington auch überhaupt nicht abgesehen. Seine Erzählung soll lediglich gut unterhalten und dieses Vorhaben gelingt auf der ganzen Linie. Nebenbei darf in diesem Szenario auch eine schöne Frau nicht fehlen und diesen Part übernimmt die hübsch anzuschauende Kelly Lynch. Selbstverständlich entwickelt sich zwischen ihr und Swayze eine Romanze, aber dieser Aspekt der Erzählung wird zu keiner Zeit zu sehr in den Vordergrund gerückt.

Dennoch probiert Herrington, seinem Film ein gewisses Maß an Emotionen beizufügen, die wie kaum anders zu erwarten durch Wut, Hass und Rache auf den Plan treten. Dabei wird sich sämtlicher vorstellbarer Klischees bedient, die allerdings nahezu perfekt in die Story hinein passen. Damit werden beim Zuschauer sicher keine höheren Ansprüche befriedigt, aber für solche ist "Road House" auch gar nicht erst angelegt. Es ist vielmehr eine moderne Helden-Geschichte, in der alles auf den Hauptdarsteller ausgelegt ist. Obwohl dieser im Prinzip gegen Gewalt ist teilt er ordentlich aus, muss gleichzeitig aber auch eine ganze Menge einstecken. Während der gut 110 Minuten Laufzeit stellt man sich des Öfteren die Frage ob man sich in der Realität eigentlich ohne jeglichen Grund den hier dargestellten Stress antun würde, denn der gute Dalton (Swayze) müsste ja nur seine sieben Sachen packen und könnte jederzeit die Kurve kratzen. Selbstverständlich kommt das für ihn aber nicht in Frage und so siegt der Sinn für Gerechtigkeit und der Einsatz für im Prinzip wildfremde Menschen, was manchmal schon ein wenig masochistisch erscheint.

Andererseits sind es aber genau diese nicht glaubwürdigen Abläufe die "Road House" so interessant machen, denn dadurch entfaltet die Geschichte ihren ganz eigenen Reiz. Man kann es drehen und wenden wie man will, in rein filmischer Hinsicht ist dieser Beitrag wohl eher ein kleiner Rohrkrepierer, aber jenseits jeglicher Logik und Vernunft offenbart sich ein absolut sehenswerter B-Actioner, der extrem kurzweilig und unterhaltsam daher kommt. Wenn man mit den richtigen Erwartungen an dieses Werk heran geht dann wird man bestens bedient, als Liebhaber höherer Ansprüche sollte man jedoch lieber die Finger davon lassen. Ich persönlich liebe den Film, auch wenn das Geschehen nicht unbedingt über viel Authentizität verfügt.


Fazit:


"Road House" ist alles andere als ein Meisterwerk, besitzt aber seine ganz eigene Faszination. Action satt und 110 Minuten Kurzweil reichen vollkommen aus, um letztendlich zu einem sehr guten Gesamteindruck zu gelangen. Das die Bewertungen für diesen Beitrag je nach Betrachtungsweise völlig unterschiedlich ausfallen ist absolut nachzuvollziehen, von mir gibt es jedenfalls dicke...


...8/10

Zurück zu „Action, Martial Arts“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast