Jailbreak

horror1966
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Jailbreak

Beitragvon horror1966 » Fr Apr 06, 2018 8:06 pm

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Jailbreak
(Jailbreak)
mit Celine Tran, Jean-Paul Ly, Tharoth Sam, Lida Duch, Laurent Plancel, Kong Ka Chan, Dara Our, Sisowath Siriwudd, Dy Sonita, Meas Morokot Sisowath
Regie: Jimmy Henderson
Drehbuch: Jimmy Henderson / Michael Hodgson
Kamera: G Ryckewaert
Musik: Fabio Guglielmo Anastasi
keine Jugendfreigabe
Kambodscha / 2017

Vier junge Elitepolizisten überstellen Gangster Playboy, Mitglied der berüchtigten Butterfly-Gang in ein Hochsicherheitsgefängnis. Dort angekommen bricht jedoch die Hölle los: Auf Playboy ist mittlerweile ein hohes Kopfgeld ausgesetzt, da er die Identität von Madame Butterfly, der Chefin der Gang, verraten will. Die Polizisten finden sich inmitten eines blutigen Gefängnisaufstandes wieder und müssen um Leben und Tod kämpfen.


Ein italienischer Regisseur namens Jimmy Henderson zeichnet für diese Produktion aus Kambodscha verantwortlich, das allein ist schon eine nicht unbedingt alltägliche Kombination. Der gute Mann serviert mit seinem Erstling einen waschechten Prügelfilm, für den ganz eindeutig der indonesische Kracher "The Raid" Pate gestanden hat. Das verwundert nicht wirklich, denn schließlich hat genannter Film in Sachen Action echte Maßstäbe gesetzt, was ganz zwangsläufig dazu führt, das manch einer gern auf den Erfolgszug aufspringen möchte. Nun präsentiert "Jailbreak" keinesfalls die hohe Qualität von "The Raid", aber immerhin bekommt der Zuschauer einen größtenteils kurzweiligen Klopper zu Gesicht, bei dem das Hauptaugenmerk selbstverständlich auf die enthaltenen Action-Passagen gerichtet ist. Und von denen gibt es nun wirklich reichlich zu begutachten, was andererseits aber auch ganz eindeutig darauf hinweist, das man rein inhaltlich keine allzu großen Erwartungen hegen sollte. Die Story ist nämlich ebenso kurz und knapp gehalten wie es die Inhaltsangabe suggeriert, so das die Geschehnisse nicht gerade viel inhaltliche Substanz erkennen lassen. Ist aber ehrlich gesagt auch gar nicht nötig, denn die ausgedünnte Rahmenhandlung reicht aus, um den etlichen Prügeleien die notwendige Umrahmung zu verleihen.

In den ersten gut 25 Minuten passiert noch nicht sonderlich viel und ehrlich gesagt hätte man sich die eher flache Einführung in die Geschichte auch durchaus sparen können. Die Charaktere werden äußerst oberflächlich vorgestellt und wirken in schauspielerischer Hinsicht auch relativ blass und beliebig austauschbar. Später soll man allerdings feststellen das die Protagonisten für das Wesentliche Element des Filmes gut ausgewählt wurden, denn in den vorhandenen Action-Passagen wissen sie ohne Weiteres zu gefallen. Nach der angesprochenen Einführung nimmt "Jailbreak" dann ordentlich an Fahrt auf, denn kaum haben die Polizisten den Gangster Playboy im Gefängnis abgeliefert, kommt es dort auch prompt zu einem Gefängnisaufstand. Auf engstem Raum kommt es nun praktisch im Minutentakt zu wilden Schlägereien und der geneigte Genre Fan dürfte voll auf seine Kosten kommen.

Da stört es dann auch nicht sonderlich, das die Gesetze der Logik etliche Male außer Kraft gesetzt werden, denn eine hohe Glaubwürdigkeit ist nicht unbedingt die große Stärke des Szenarios. Etwas störend erscheint eher der oftmals gewöhnungsbedürftige Humor denn Henderson immer wieder einstreut, der aber bei der vorliegenden Thematik irgendwie fehl am Platz ist. Phasenweise wirkt das Ganze dann auch fast schon mehr wie eine Komödie, was mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat. Dafür sind der dementsprechende Wortwitz und die teils skurrile Situationskomik zu sehr aufgesetzt und verleihen den Abläufen einen künstlichen Anstrich. Trotzdem ergibt sich in der Summe ein recht gutes Gesamtbild, denn rein vom Unterhaltungswert aus gesehen ist man schon weitaus schlechter bedient worden.

Letztendlich ist Henderson mit "Jailbreak" ein ordentliches Debüt gelungen, das jedoch in keiner Phase an die Klasse eines "The Raid" heran kommen kann. Größeren Nährwert beinhaltet die Produktion keinesfalls, ist dafür allerdings mit einem Actiongehalt ausgestattet worden der sich sehen lassen kann. Es wird an allen Ecken und Enden geprügelt, so das jedenfalls keine Langeweile aufkommen kann. Echten Cineasten wird das sicherlich nicht ausreichen, so das dieses Werk bestimmt nur die Zielgruppe der B-Movie Action Freaks ansprechen dürfte.


Fazit:


Die Anlehnungen an "The Raid" sind unübersehbar, jedoch kann die Qualität der indonesischen Produktion nicht erreicht werden. Übrig bleibt also ein B-Klopper der größtenteils unterhaltsamen Art, der aber keinesfalls höhere Erwartungen erfüllen kann.


6/10

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