Wilde Hunde - Rabid Dogs

horror1966
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Wilde Hunde - Rabid Dogs

Beitragvon horror1966 » So Jun 12, 2016 10:22 pm

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Wilde Hunde - Rabid Dogs
(Enrages)
mit Lambert Wilson, Virginie Ledoyen, Guillaume Gouix, François Arnaud, Franck Gastambide, Laurent Lucas, Mégane Lemée, Alexandre Goyette, Pierre Lebeau, Dave Lapommeray, Gabrielle Lazure, Gisèle Trépanier
Regie: Éric Hannezo
Drehbuch: Éric Hannezo / Michael J. Carroll / Yannick Dahan
Kamera: Kamal Derkaoui
Musik: Laurent Eyquem
FSK 16
Frankreich / 2015

Ein Banküberfall ist voll im Gange. Der Fahrer des Fluchtautos wartet mit laufendem Motor auf der Straße. Plötzlich hört man eine Explosion und die Ereignisse überschlagen sich. Drei maskierte Männer mit Säcken voller Geld rennen heraus und mit quietschenden Reifen fahren sie los. Doch der Coup geht schief, denn die Polizei ist ihnen sofort auf den Fersen. Die Gangster bauen einen schweren Unfall, bei dem ihr Boss stirbt. Jetzt haben sie nichts mehr zu verlieren. Als sie den Wagen wechseln und dabei drei unschuldige Geiseln nehmen, fangen die Probleme erst richtig an. Denn auf dem Hintersitz schläft die Tochter des Autobesitzers, die mit Medikamenten vollgepumpt zu einer lebensrettenden Operation gefahren wird. Es beginnt ein Road-Trip, bei dem nicht sicher ist, wer überleben wird.


Es zeugt schon von einem gewissen Selbstbewusstsein, wenn ein Regieneuling mit seinem Erstlingswerk eine Neuauflage eines Mario Bava Klassikers präsentiert. Éric Hannezo ist dieses Wagnis eingegangen und liefert mit seinem "Wilde Hunde - Rabid Dogs" die Neuauflage des 1974 erschienenen "Wild Dogs" ab. Das Original hat während der letzten Jahrzehnte in Fan-Kreisen längst einen verdienten Kultstatus erreicht und stellt einen richtig fiesen und räudigen Genre Beitrag dar. So liegt die Messlatte also ziemlich hoch, doch nach Sichtung des Remakes muss man Hannezo definitiv bescheinigen, das er hier richtig gute Arbeit geleistet hat. Natürlich ist die neue Version der heutigen Zeit angepasst und offenbart in dieser Hinsicht auch gleichzeitig den vielleicht einzigen kleinen Schwachpunkt. Dieser gibt sich nämlich eindeutig in der Optik zu erkennen, denn während Bavas Werk durch seine einzigartige Grundstimmung jede Menge Pluspunkte sammeln kann, erscheint "Rabid Dogs" doch rein visuell gesehen viel eher etwas auf Hochglanz poliert.

Damit wir uns an dieser Stelle nicht falsch verstehen, der geschliffene Look ist absolut passend für das Szenario, andererseits kommt durch diesen Aspekt aber zu keiner Zeit diese dreckige Atmosphäre zum Vorschein, die das 74er Werk so dermaßen auszeichnet. Die heutige Generation mag das durchaus anders sehen, aber im direkten Vergleich beider Filme erreicht die Neuauflage aufgrund der Hochglanz Optik keinesfalls die Bedrohlichkeit und Dichte, die Bava mit den geringsten Mitteln erzeugen konnte. Die Szenerie wirkt in diversen Passagen ganz einfach etwas zu glatt und es fehlt dem Ganzen insgesamt ein wenig an den nötigen Ecken und Kanten, um gänzlich die Qualität des Originals zu erreichen. Dabei handelt es sich jedoch um Kritik auf einem hohen Niveau, zudem handelt es sich hier um meine rein persönliche Einschätzung.

Im Grunde genommen bekommt der Zuschauer nämlich einen absolut sehenswerten Beitrag serviert, in dem auch die Darsteller mit guten Leistungen aufwarten. Zu Beginn wird man sogleich mit guten Action Einlagen konfrontiert, wobei das Geschehen danach dann in das etwas ruhigere Fahrwasser gleitet und wie schon bei "Wild Dogs" das Hauptaugenmerk auf die Situation legt, die zwischen den Bankräubern und ihren Geiseln entsteht. Hannezo orientiert sich hier recht stark an der filmischen Vorlage Bavas und kann den Ereignissen auch jede Menge Intensität beimischen, erreicht aber aus den schon erwähnten Gründen keinesfalls das extrem hohe Level von "Wild Dogs". An dieser Stelle kommt es aber sicherlich auch auf den ganz persönlichen Geschmack an und ich könnte mir sehr gut vorstellen, das gerade die jüngeren Semester größeren Gefallen an der Neuauflage finden, da das Szenario der heutigen Zeit äußerst gut angepasst wurde. Wie dem auch sei, beide Filme haben definitiv ihren ganz eigenen Reiz und ehrlich gesagt sollte man auch beide Filme in einer gut sortierten Sammlung stehen haben.

Letztendlich ist "Rabid Dogs" auf jeden Fall ein beeindruckendes Regie Debüt und der Film kann die in ihn gesetzten Erwartungen auch größtenteils erfüllen. Kennt man allerdings die Vorlage von Regie Legende Mario Bava, dann zieht das Werk von 2015 aus den genannten Gründen und trotz einer hohen Qualität auf jeden Fall den Kürzeren. Jedenfalls muss man aber Éric Hannezo dennoch ein großes Kompliment aussprechen, denn auch wenn seine Geschichte meiner persönlichen Meinung nach ein wenig zu glatt erscheint, ist sein Erstling dennoch eine würdige Neuauflage eines Genre Klassikers.


Fazit:


"Rabid Dogs" ist insgesamt schon ein starkes Stück Film, muss sich aber auch gleichzeitig den Vergleich mit seinem Original gefallen lassen. Da kommt es dann doch zu kleineren Abzügen, die aber hauptsächlich in der persönlichen Betrachtungsweise begründet sind. Schlussendlich sollte man allerdings zu einem überdurchschnittlich guten Gesamturteil gelangen, denn hier bekommt man ein Remake der besseren Art zu sehen.


7,5/10

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