Machete Kills

horror1966
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Machete Kills

Beitragvon horror1966 » Fr Mai 26, 2017 1:45 pm

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Machete Kills
(Machete Kills)
mit Danny Trejo, Mel Gibson, Demian Bichir, Amber Heard, Michelle Rodriguez, Sofía Vergara, Charlie Sheen, Lady Gaga, Antonio Banderas, Walton Goggins, Cuba Gooding Jr., Vanessa Hudgens, Tom Savini
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Kyle Ward / Robert Rodriguez / Marcel Rodriguez
Kamera: Robert Rodriguez
Musik: Robert Rodriguez / Carl Thiel
FSK 16
Russland / USA / 2013

Ex-Federal Agent Machete trauert um seine geliebte, im Drogenkrieg ermordete Sartana, als ihn der Präsident der Vereinigten Staaten auf ein wahres Himmelfahrtskommando schickt: Machete soll den verrückten mexikanischen Kartellboss Mendez ausschalten, der die US-Hauptstadt mit einer Nuklearrakete bedroht. Der Zünder ist mit Mendez' Herz verbunden, und nur ein Mann kann die Bombe entschärfen: Mastermind Luther Voz, ein steinreicher und exzentrischer Waffendealer mit Allmachtsfantasien. Von zahlreichen Verfolgern quer durch Mexiko gejagt und immer wieder konfrontiert mit heißen Ladies und ihren ganz besonderen Waffen, bleiben Machete ganze 24 Stunden, um die globale Anarchie zu stoppen…


Aus einem Fake-Trailer geboren, konnte Robert Rodriguez 2010 mit seinem Film "Machete" überzeugen und präsentierte ein wahres Trash-Spektakel im wunderbaren Grindhouse-Stil, bei dem jeder geneigte Fan herrlich auf seine Kosten kam. Umso größer war dann die Freude, das drei Jahre später nun mit vorliegendem "Machete Kills" eine Fortsetzung an den Start ging. Nun handelt es sich hierbei wahrlich um keinen schlechten Film, doch die in ihn gesetzten Erwartungen kann der Nachfolger sicherlich nicht bei allen erfüllen, die sich so sehr auf den neuen Streich von Rodriguez gefreut haben. Dabei beinhaltet das Werk durchaus nette Ansätze, scheitert aber größtenteils an der eigenen Geschichte, die doch phasenweise relativ uninspiriert und lieblos dahin geklatscht erscheint. Es entwickelt sich vielmehr ein recht belangloses Szenario, das keinesfalls so mit Höhepunkten ausgestattet ist wie noch der Vorgänger, zudem erscheint auch der vorhandene Humor eher dämlich, als das wirklich ein Angriff auf die Lachmuskeln des Zuschauers stattfinden würde. Flach-und relativ platt gestalten sich die meisten Dialoge, die noch im Original als einer der absoluten Höhepunkte galten. Nun sind die Geschmäcker wie immer verschieden, doch wenn man einmal einen direkten Vergleich der beiden Filme wagt, dann schneidet vorliegendes Szenario meiner persönlichen Meinung nach wesentlich schlechter ab und hinterlässt nicht gerade einen gänzlich überzeugenden Gesamteindruck.

Danny Trejo agiert zwar gewohnt routiniert in der Rolle des Titelhelden, kann allerdings die ansonsten gravierenden Schwächen keinesfalls überspielen. Eventuell mag das auch daran liegen das ihm dieses mal zwar einmal mehr ein recht namhafter Cast zur Seite steht, die meisten bekannten Gesichter aber lediglich in äußerst kleinen Nebenrollen zu sehen sind. Der Großteil des dargebotenen Schauspiels wirkt bei fast allen Akteuren an manchen Stellen erschreckend hölzern-und ungelenk und passt sich so dem gerade einmal mittelmäßigen Eindruck des gesamten Filmes an, der nur in diversen Passagen ein paar eingebaute Höhepunkte beinhaltet. Schon die 16er Freigabe deutet darauf hin, das es in "Machete Kills" auch nicht annähernd so hart und blutig zur Sache geht wie es im ersten Abenteuer des Mexikaners der Fall war. Und so muss man auch seine Ansprüche im Bezug auf Action und Härte sehr stark herunter schrauben, wobei man von einem echten Feuerwerk meilenweit entfernt ist. Einige witzige Slapstick-Einlagen können aber zumindest teilweise für einen gewissen Unterhaltungswert sorgen, doch in seiner Gesamtheit bleibt der Film weit hinter den Erwartungen zurück.

Zu albern und fast schon dämlich überzogen offenbaren sich die größten Strecken des Werkes und an diversen Stellen treten sogar diverse Ermüdungserscheinungen auf, so das sich beim Betrachter doch relativ schnell ein Gefühl der Ernüchterung breit macht, das durch die stellenweise schlechten CGI-Effekte noch zusätzlich verstärkt wird. Dabei kann man sich keinesfalls sicher sein, ob dieser Aspekt vom Regisseur ganz bewusst so eingebaut wurde, doch wenn Rodriguez an dieser Stelle wirklich mit Absicht den trashigen Eindruck untermalen wollte, dann ist ihm das ausschließlich in negativer Hinsicht gelungen. "Machte Kills" offenbart sich viel zu oft erschreckend billig, wobei dieses Prädikat in vorliegendem Fall definitiv nicht positiv zu bewerten ist, denn bei etlichen Szenen vermeint man sogar, das man es hier mit einer Produktion aus den berüchtigten Asylum Studios zu tun hat. Allein dieser Gedankengang dürfte darauf hindeuten das hier längst nicht alles richtig gemacht wurde, denn wirklich guter-und unterhaltsamer Trash sieht in meinen Augen anders aus. Dennoch sollte man den Film auch nicht schlechter machen als er im Endeffekt ist, wie man diesen Nachfolger allerdings über den genialen Erstling stellen kann, entzieht sich vollkommen meiner Kenntnis.

Platter Wortwitz, größtenteils fehlende Situationskomik und erschreckend hölzern agierende Schauspieler sind für einen Film dieser Machart nicht unbedingt förderlich, wenn dann auch noch die zumeist üblen Effekte hinzukommen ist das Fiasko fast perfekt. Vielleicht bin ich aber auch nur mit einer zu großen Erwartungshaltung an die Geschichte herangegangen, doch nach dem erstklassig inszenierten "Machete" durfte man doch eine ganze Menge erwarten. Rodriguez aber bleibt viele Sachen schuldig und legt einen eher unmotivierten Nachfolger vor, in dem der Spaß-Faktor doch verhältnismäßig niedrig angesiedelt ist. Bleibt die Hoffnung auf einen besseren dritten Teil der so sicher kommen wird wie das Amen in der Kirche und sich dann ganz offensichtlich im Weltraum abspielen wird. Nach der Ansicht des vorliegenden Werkes weiß man allerdings nicht so genau, ob man sich darüber wirklich freuen soll, oder wieder mit einer Enttäuschung rechnen muss, die sich hier ganz offensichtlich breit gemacht hat.


Fazit:


Zunächst einmal dürften bei nicht gerade wenigen Fans Euphorie und Vorfreude einem Gefühl der Ernüchterung gewichen sein, denn die lang ersehnte Fortsetzung um den kultigen Machete konnte nicht annähernd an die Qualität des Originals heranreichen. Ob Besserung in Sicht ist muss man abwarten, doch die vorliegende Geschichte siedelt sich maximal im etwas gehobenen Durchschnittsbereich an und kann keinesfalls gänzlich überzeugen.


6/10

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