Der Kandidat - Macht hat ihren Preis

horror1966
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Der Kandidat - Macht hat ihren Preis

Beitragvon horror1966 » Do Mär 17, 2016 9:27 pm

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Der Kandidat - Macht hat ihren Preis
(The Runner)
mit Sarah Paulson, Nicolas Cage, Connie Nielsen, Christopher Berry, Wendell Pierce, Peter Fonda, Dana Gourrier, Bryan Batt, Fredric Lehne, Kerry Cahill, Wanetah Walmsley, Cree Kelly, Divine Prince Ty Emmecca
Regie. Austin Stark
Drehbuch: Austin Stark
Kamera: Elliot Davis
Musik: The Newton Brothers
FSK 12
USA / 2015

Golf von Mexiko, 2010: Eine Bohrinsel steht in Flammen, das austretende Rohöl richtet verheerende ökologische und wirtschaftliche Schäden an. In diesen harten Zeiten findet der Abgeordnete Colin Price (Nicolas Cage) großen Beifall, als er sich für die kleinen Leute stark macht, die nach der Katastrophe alles verloren haben und um ihre Existenz kämpfen. Die öffentliche Meinung ändert sich allerdings schnell, als pikante Details aus Price’ Privatleben in der Presse auftauchen, ein handfester Skandal braut sich zusammen. Zusehends scheint Price die Kontrolle über die Situation, sein Privatleben und seine unterdrückte Alkoholsucht zu verlieren …


Das Oscar Preisträger Nicolas Cage seine besten Tage mittlerweile hinter sich hat ist keine Neuigkeit und so kämpft sich der einst hoch angesehene Schauspieler schon seit Jahren durch eher mittelmäßige B-Movies. Der vorliegende Beitrag "Der Kandidat - Macht hat ihren Preis" zählt dabei noch zu den besseren Werken, denn zuerst einmal beinhaltet die Geschichte eine durchaus interessante und politische Hintergrund Thematik und zweitens kann Cage auch endlich mal wieder zumindest einen Teil seines schauspielerischen Könnens einbringen. Dennoch sticht auch dieser Beitrag leider nicht aus dem üblichen Durchschnittsbereich heraus, denn Regisseur Austin Stark hat zwar eine ambitionierte Erzählung auf den Weg gebracht, jedoch werden die einzelnen Erzählstränge des Szenarios nicht tief genug beleuchtet, als das der Film gänzlich überzeugen könnte.

So wird beispielsweise der Fall des von Cage gespielten Politikers eher oberflächlich in Szene gesetzt und auch die damit verbundenen Auseinandersetzungen mit seiner Ehefrau kommen viel zu kurz. Der eigentliche Sex Skandal ist eine absolute Randnotiz und auch die Versuche, sich in der politischen Landschaft erneut einen guten Ruf zu verschaffen, werden nur angekratzt. Der Grund dafür liegt dabei ganz offensichtlich auf der Hand, denn für die etlichen verschiedenen Handlungsstränge hat man dem Film ganz einfach zu wenig Laufzeit beigemessen. Es ist nahezu unmöglich das durchaus vorhandene Potential in einer Zeitspanne von gerade einmal knapp 90 Minuten tiefer gehend zu beleuchten und so muss sich der Zuschauer mit einer oberflächlichen Skizzierung der einzelnen Themenabschnitte zufrieden geben. Das ist sehr schade, denn insbesondere in den Passagen in denen Cage für die kleinen Leute eintritt, können sich wirklich sehen lassen. Hier blitzt auch ab und zu das schauspielerische Können des Mimen auf, der die innere Zerrissenheit der von ihm dargestellten Figur gerade in mimischer Hinsicht sehr gut zum Ausdruck bringt.

So gelingt es Cage auch fast spielerisch, sich beim Betrachter als Sympathieträger aufzubauen, der ganz besonders durch sein Engagement für den kleinen Mann sehr positiv auffällt und sich dabei auch durch etliche Hindernisse nicht von seinem Weg abbringen lässt. Aber insbesondere in dieser Hinsicht wartet die Geschichte mit einem Finale auf, das man ohne Weiteres als zynisch bewerten kann, wobei ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen möchte, um niemandem die Spannung zu nehmen. Zwischendurch legt Austin immer wieder gesteigerten Wert darauf, auch die private Situation seiner Hauptfigur zu beleuchten, die in dieser Hinsicht vor den Scherben ihres Lebens steht. Einerseits getrennt lebend von seiner Ehefrau, die von der hübschen Connie Nielsen absolut perfekt als kühl berechnende Eisprinzessin dargestellt wird, begibt er sich in ein Liebesabenteuer mit seiner langjährigen Freundin Kate, das aber auch nicht lange Bestand hat. Zwar passen diese ganzen Nebenschauplätze im Prinzip ganz hervorragend in das Gesamtbild, jedoch hätte man der Geschichte ein wenig mehr Zeit und inhaltliche Tiefe verleihen müssen, damit am Ende ein gänzlich überzeugender Gesamteindruck haften bleibt.

Leider hat man das fast sträflich versäumt und darf sich so im Endeffekt auch nicht wundern, das "Der Kandidat - Macht hat ihren Preis" als durchaus ambitionierter, aber durch die geringe Laufzeit nicht vollends stimmiger Beitrag angesehen wird. Dennoch erscheint eine Sichtung des Filmes absolut sehenswert, denn auch mit den angesprochenen Mankos entwickelt sich immer noch eine sehr interessante Geschichte, die bis zum Ende gut unterhalten kann. Ob der Beitrag einen wirklich nachhaltigen Eindruck hinterlässt muss jeder für sich selbst entscheiden, aber allein schon die gelungene Performance eines Nicolas Cage ist es meiner Meinung nach wert, das man einen Blick riskiert.


Fazit:


Es gibt unzählige Filme, die aufgrund einer viel zu langen Laufzeit etliche Längen entstehen lassen, aber bei "Der Kandidat - Macht hat ihren Preis" ist genau das Gegenteil der Fall. Mehr Tiefgang und einige Minuten mehr hätten das Gesamtbild des Filmes sicherlich aufgewertet, doch in der vorliegenden Form reicht es leider nur zum oberen Durchschnitt.


6/10

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