The Hollow - Mord in Mississippi

horror1966
Beiträge: 269
Registriert: Di Feb 02, 2016 5:47 pm

The Hollow - Mord in Mississippi

Beitragvon horror1966 » Fr Nov 11, 2016 3:00 pm

Bild




The Hollow - Mord in Mississippi
(The Hollow)
mit William Sadler, William Forsythe, Jeff Fahey, James Callis, Christiane Seidel, Miles Doleac, David Warshofsky, Sherri Eakin, Justin M. Boyd, Ted Ferguson, Lindsay Anne Williams, Candice Michele Barley, Jana Allen
Regie: Miles Doleac
Drehbuch: Miles Doleac
Kamera: Ben McBurnett
Musik: Clifton Hyde
FSK 16
USA / 2016

In einem kleinen Städtchen in Mississippi ist ein Dreifachmord geschehen, unter den Opfern befindet sich auch die Tochter eines Kongressabgeordneten. Grund genug für das FBI, zwei Agenten zu entsenden, um den lokalen Behörden über die Schulter zu schauen und gegebenenfalls eigene Ermittlungen durchzuführen. Vor Ort stößt das Duo auf eine Mauer des Schweigens und Einheimische, die sich äußerst unkooperativ betragen. Doch das ist nicht das einzige Problem, das die beiden haben: Auch privat liegt einiges im Argen.


Immer öfter kommt es in den letzten Jahren vor, das Schauspieler sich auch als Regisseure versuchen. So verhält es sich auch bei Miles Doleac, der in seinem mittlerweile zweiten Film sowohl für die Regie als auch für eine nicht unwesentliche Nebenrolle verantwortlich zeichnet. Mit "The Hollow - Mord in Mississippi" präsentiert er dabei eine atmosphärisch dichte Kombination aus Drama und Krimi, die gleichzeitig etliche Klischees beinhaltet mit denen der Südstaaten Bundesstaat der USA behaftet ist. Schauplatz ist ein verschlafene Kleinstadt in Mississippi und ziemlich schnell wird klar, das hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. So eröffnet Doleac seine Geschichte auch gleich mit einer äußerst sehenswerten Passage, in der er selbst in der Rolle des Bad Cops zu sehen ist, wie er sich im Polizeiauto von einer Jugendlichen oral befriedigen lässt und ganz nebenbei auch noch Drogengeschäfte tätigt.

Allein aufgrund der ersten Minute ahnt man in welche Richtung das Geschehen tendieren könnte, denn an dieser Stelle wird das oft gebräuchliche Kleinstadt-Szenario aufgebaut, in dem sich nur allzu gern die Ordnungshüter als die besseren Kriminellen zu erkennen geben. Wenn dann auch noch der handelsübliche und über die Stadt herrschende Patriarch (William Forsythe) auf der Bildfläche erscheint, sind im Prinzip sämtliche Zutaten für ein echtes Südstaaten-Drama vorhanden, das im Zusammenspiel mit der Thematik eines Krimis für beste Unterhaltung sorgt. Hegt man als Betrachter eben diese Erwartungen, dann wird man keinesfalls enttäuscht, denn durch den in der Inhaltsangabe erwähnten Dreifachmord baut sich eine Geschichte voller Dramatik, Spannung und Atmosphäre auf, wie man sie sich kaum besser wünschen kann. Korruption, Intrigen und Machtmissbrauch sind dann auch die bestimmenden Elemente der Erzählung, die zudem aber auch eine ausführliche Charakter-Beleuchtung der wichtigsten Figuren vornimmt.

Wird man insbesondere in der ersten Hälfte der Story noch mit der Ermittlungsarbeit der beiden FBI-Agenten konfrontiert, so kristallisiert sich mit zunehmender Laufzeit immer stärker heraus, das Doleac großen Wert auf die Darstellung der Hauptpersonen gelegt hat. So tritt dann auch das eigentliche Verbrechen zwischenzeitlich immer wieder in den Hintergrund und der Fokus der Abläufe wird vielmehr auf charakterliche Eigenschaften einiger Figuren gelegt. Am intensivsten geschieht das bei dem FBI-Agenten Vaughn Killinger (James Callis), der ganz augenscheinlich mit etlichen privaten Problemen gesegnet ist und gleichzeitig auch noch eine Affäre mit seiner Partnerin Sarah Desoto (Christiane Seidel) am laufen hat. Gleichzeitig rückt der Regisseur aber auch sich selbst in der Rolle des korrupten Deputy's Ray Everett immer wieder in den Vordergrund, so das diese beiden Figuren dann auch den Löwenanteil der Spielzeit auf sich vereinen können. Dennoch kommen aber auch die anderen Akteure in ausreichendem Maße zur Geltung und ganz generell ist das dabei an den Tag gelegte Schauspiel als überdurchschnittlich gut zu bewerten.

Als einzigen Wermutstropfen könnte man bei "The Hollow - Mord in Mississippi" eventuell eine gewisse Vorhersehbarkeit der Ereignisse ausmachen, denn wie die ganze Chose ausgeht, dürfte am Ende nicht wirklich überraschen. mir persönlich hat das allerdings überhaupt nichts ausgemacht, denn insgesamt gesehen hinterlässt das Werk einen doch richtig guten Gesamteindruck. Die gelungene Mischung aus tiefer gehender Figuren-Beleuchtung und Krimi-Drama ist meiner Meinung nach großartig und wird zudem von einer exzellenten Grundstimmung getragen, die von der ersten bis zur letzten Minute eine ungeheure Faszination auf den Zuschauer ausstrahlt. Wer Filme dieses Strickmusters zu schätzen weiß sollte unbedingt zugreifen, denn hier wird man mit gut zwei Stunden erstklassiger Filmkost konfrontiert, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


Dieser leicht krude Mix aus verschiedenen Genres bietet einerseits kurzweilige, auf der anderen Seite aber auch teilweise anspruchsvolle Unterhaltung. Mich hat "The Hollow - Mord in Mississippi" jedenfalls gänzlich überzeugt, so das ich nur eine dicke Empfehlung für dieses Werk aussprechen kann.


8/10

Zurück zu „Drama, Komödien, Sonstige Filme“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast