Super Dark Times

horror1966
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Super Dark Times

Beitragvon horror1966 » Do Feb 08, 2018 7:55 pm

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Super Dark Times
(Super Dark Times)
mit Owen Campbell, Charlie Tahan, Elizabeth Cappuccino, Max Talisman, Sawyer Barth, Amy Hargreaves, Adea Lennox, Ethan Botwick, Philip H. Ashley
Regie: Kevin Phillips
Drehbuch: Ben Collins / Luke Piotrowski
Kamera: Eli Born
Musik: Ben Frost
FSK 16
USA / 2017

Beste Freunde kann niemand trennen. Wo immer Zach (Owen Campbell) auftaucht, da ist auch Josh (Charlie Tahan) nicht weit. Sie gehen auf die gleiche Schule und verbringen ihre Nachmittage zusammen in einem etikettenhaft sauberen Vorort. Langeweile pur. Und beide haben noch etwas gemeinsam: Die Faszination für die süße Allison (Elizabeth Cappuccino), der sie irgendwie näherzukommen versuchen.Als sie statt ihrer heimlichen Liebe aufzulauern mit Daryl (Max Talisman) und Charlie (Sawyer Barth) rumhängen, passiert zunächst mal wieder nichts Aufregendes. Doch dann ändert sich für die vier alles, als sie im Zimmer von Joshs Bruder ein Samuraischwert finden. Es kommt zu einem tragischen Unfall und für die Teenager brechen super finstere Zeiten an...


Es ist doch immer wieder erstaunlich welch einprägsame Erstlingswerke so mancher Regiedebütant auf die Beine stellt und das wird mit dem vorliegenden Beitrag "Super Dark Times" von Kevin Phillips eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Es handelt sich um einen äußerst sehenswerten Coming-of-Age Film der den Zuschauer auf eine Zeitreise in die 90er Jahre entführt und dabei die Probleme der jugendlichen Pubertät behandelt. Das diese durch einen tragischen Unfall zum Ausdruck kommen verleiht dem Geschehen ein Höchstmaß an Intensität, das sich trotz der sehr ruhigen Erzählweise voll entfalten kann. Phillips beginnt seine Geschichte mit einer Eröffnungseinstellung in die man eine ganze Menge hinein deuten kann und schafft damit gleichzeitig einen äußerst wuchtigen Einstieg. Ebenso soll sich später dann auch das Finale gestalten, wohingegen der komplette Rest der Erzählung sich eher beschaulich gestaltet. Das soll an dieser Stelle aber keinesfalls als negative Kritik gelten, denn Phillips sorgt mit der Zeichnung seiner Figuren dafür, das man sich als Zuschauer des Öfteren mit seiner eigenen Jugend und den damit verbundenen Problemen konfrontiert sieht. Die jugendlichen und unverbrauchten Darsteller sind eine der ganz großen Stärken von "Super Dark Times" und agieren größtenteils auf einem sehr hohen schauspielerischen Level. Dabei kommen sämtliche Charaktere unglaublich authentisch rüber und lassen dem Szenario so auch ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit angedeihen.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Freunde Zach und Josh die das typische Leben junger Teenager in einer amerikanischen Kleinstadt fristen. Das alles gestaltet sich zunächst vollkommen handelsüblich, so treten typische Flausen im Kopf und eine gewisse Experimentierfreudigkeit immer wieder in den Vordergrund. Genau diese Dinge sollen dann aber auch das Leben der beiden von einer auf die andere Sekunde völlig verändern als aus jugendlichem Übermut auf einmal tödlicher Ernst wird. Schlagartig ist es vorbei mit der unbelasteten Jugend und auch die Freundschaft der beiden Jungs wird auf eine extrem harte Probe gestellt. Von nun an ist nichts mehr so wie es war und die Geschichte lässt stellenweise eine fast schon bedrückende Grundstimmung erkennen, die insbesondere durch Hauptdarsteller Owen Campbell (Zach) absolut herausragend ins Bild gesetzt wird. Obwohl eigentlich Josh der Auslöser für die Veränderungen ist, legt Kevin Phillips sein Hauptaugenmerk bei den Figurenzeichnungen auf den jungen Zach und skizziert anhand seiner Person die düsteren Zeiten eines Jugendlichen, der durch einen unglücklichen Umstand in Rekordzeit eine rasante Entwicklung durchmachen muss. Nun werden einem zwar sämtliche Personen sehr gut näher gebracht, aber die Figur von Zach ist doch alles in allem extrem omnipräsent und hervorstechend.

Trotz oder gerade wegen der tragischen Note des Ganzen lässt Phillips sich immer wieder Raum für emotionale Momente, so werden beispielsweise zarte Annäherungsversuche von Zach und der hübschen Allison bebildert, wobei die Ereignisse aber zu keiner Zeit den Anstrich einer kitschigen Teenager-Liebe erkennen lassen. Dagegen stehen die zusehends düsteren Passagen, in denen man mit wuchtigen Albträumen des Jungen konfrontiert wird, die streckenweise schon morbide Züge erkennen lassen. Im Gegensatz dazu scheint sich der eher schüchterne Josh in eine ganz andere Richtung zu entwickeln, was sich dann letztendlich auch im fulminanten Showdown der Geschichte bemerkbar machen soll. Ganz generell stehen der Beginn sowie auch das Ende des Filmes im totalen Gegensatz zur ansonsten ruhigen Erzählstruktur, doch genau diese Gegensätze lassen letztendlich meiner Meinung nach ein äußerst stimmiges Gesamtbild erkennen. Phillips bedient sich nämlich der gesamten Gefühlspalette der Pubertät und verpackt diese in einprägsame Bilder, die auch nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben.

Im Endeffekt handelt es sich bei "Super Dark Times" um ein Regiedebüt das man ohne wenn und aber als extrem gelungen ansehen kann. Man muss sich allerdings vollends auf die Erzählung einlassen, denn nur so kann man die Energie und Wucht des Filmes auch so richtig in sich aufnehmen. Wenn einem das gelingt dann begibt man sich zumindest teilweise auf eine Zeitreise in die eigene Jugend und wird dabei mit etlichen Dingen konfrontiert die man vielleicht auch selbst durchlebt hat. Gefühle wie Angst, Unsicherheit, Unbeschwertheit, Aggression und die erste, zart aufkommende Liebe geben sich dabei die Klinke in die Hand. Ein absolut gelungener Coming-of-Age Film der mit grandios auftrumpfenden Jungdarstellern besetzt ist und der durchgehend einen äußerst authentischen Eindruck hinterlässt.


Fazit:


"Super Dark Times" zählt sicher nicht unbedingt zu der Art von Filmen die man sich in regelmäßigen Abständen immer wieder anschaut, aber gesehen haben sollte man diesen tollen Beitrag auf jeden Fall. Kevin Phillips hat wirklich gute Arbeit geleistet und vor allem das Gespür für die Thematik an sich unter Beweis gestellt. Eindrucksvoller hätte man das Ganze kaum in Szene setzen können, so das der Titel des Filmes hier auch wirklich zum Programm wird.


8/10

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