Der Killerclown

horror1966
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Der Killerclown

Beitragvon horror1966 » Do Mär 08, 2018 7:19 pm

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Der Killerclown
(Clowntergeist)
mit Burt Culver, Monica Baker, Brittany Belland, Eric Corbin, Madeleine Heil, Tom Seidman, Aaron Mirtes, Caity Runger, Sean Patrick Murray
Regie: Aaron Mirtes
Drehbuch: Aaron Mirtes / Brad Belemjian
Kamera: Chaz Olivier
Musik: Kris Bendrick
keine Jugendfreigabe
USA / 2017

Die junge Studentin Emma hat Coulrophobie, also eine krankhafte Angst vor Clowns. Da könnte es kaum schlimmer kommen, als ausgerechnet sie in ihren Träumen von einem fiesen Clown heimgesucht wird. Doch nicht genug damit. Plötzlich taucht der Clown auch im wahren Leben auf. Er verfolgt und terrorisiert Emma unerbittlich. Dann bekommt jeder von Emmas Freunden einen Ballon mit dem Tag und der Uhrzeit seines bevorstehenden Todes... Als Emma ihren Ballon bekommt, bleiben ihr noch genau zwei Tage, um diesen Horror zu überleben. Willst Du fliegen, Emma?


Es ist sicherlich kein Zufall, das der vorliegende Beitrag fast zeitgleich mit dem ersten Teil der Neuauflage von Stephen King's "Es" seine DVD-und Blu-ray Veröffentlichung feiern darf. Vielmehr steckt einmal mehr eine wohl bedachte Marketing-Strategie dahinter, um auf den Zug des populären Clown-Horrors aufzuspringen. Dieser gezielte Schachzug kann jedoch keinesfalls darüber hinweg täuschen, das es sich bei "Der Killerclown" um einen maximal mittelmäßigen Vertreter seiner Art handelt, der auf keinen Fall durchgehend überzeugen kann. Zudem kann einen der Filmtitel ohne Weiteres auf eine falsche Fährte führen, denn wirklich viele Kills gibt es hier nicht zu begutachten und wer dabei einen angemessenen Härtegrad erwartet, wird darauf hin gleich ein zweites Mal eine kleinere Enttäuschung erleben. Das Regiedebüt eines gewissen Aaron Mirtes fällt nämlich äußerst harmlos aus, so das die vergebene Alterseinstufung ohne wenn und aber zu hoch ausgefallen ist. Es gibt zwar ein paar Szenen zu sehen in denen Blut vorkommt, aber diese geben sich keinesfalls durch saftige Splattereinlagen zu erkennen.

Bei diesem Punkt sollte der Zuschauer also schon im Vorfeld seine Erwartungen merklich herunter schrauben, dafür kann das Werk allerdings mit einer gar nicht mal so schlechten Atmosphäre punkten. Ganz generell zielt die Erzählung meiner Meinung nach vielmehr in Richtung Mystery ab, als das man es mit einem waschechten Horrorfilm zu tun hätte. So setzt Mirtes des Öfteren auf übernatürliche Momente, was dem Geschehen letztendlich ganz gut zu Gesicht steht. Zudem kommen einige gezielt eingesetzte Schockmomente zur Geltung, so das man sich in atmosphärischer Hinsicht eigentlich ganz gut versorgt sieht. Dennoch wirkt die Geschichte in sich nicht ganz stimmig und lässt insbesondere zum Ende hin auch einige Züge des Trashfilms erkennen, die an dieser Stelle aber eher deplaciert erscheinen. Passend dazu gestalten sich auch die Handlungsweisen einiger Protagonisten, denn diese agieren relativ selten nachvollziehbar und logisch, was in Horrorfilmen allerdings wirklich nicht allzu selten vorkommt.

Der Killerclown selbst erscheint erst relativ spät auf der Bildfläche, denn es dauert schon eine geraume Zeit, bevor man den übernatürlichen Bösewicht das erste Mal in voller Pracht sehen kann. Das Make up an sich ist gar nicht mal so übel, allerdings fehlt es dem Killer teilweise doch ein wenig an der notwendigen Ausstrahlung, um letztendlich so richtig bedrohlich zu wirken. Trotz der diversen Mankos kann "Der Killerclown" zumindest streckenweise ganz gut unterhalten, ohne dabei jedoch einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers zu hinterlassen. Dafür ist die Erzählung viel zu unausgegoren und zu sehr an den Haaren herbei gezogen. Manchmal sind die Abläufe sofar etwas konfus, wobei man schwerlich feststellen kann, ob dieser Aspekt von Regisseur eventuell sogar gewollt ist. Wie dem aber auch sei, insgesamt gesehen kann man sich diesen Beitrag durchaus mal anschauen, sollte aber auf keinen Fall mit gesteigerten Erwartungen an das Ganze heran gehen, denn höhere Ansprüche kann diese offensichtlich recht günstige Produktion nicht erfüllen.

Im Endeffekt beinhaltet der Film nicht sonderlich viel inhaltliche Substanz, was selbst mit der geringen Nettolaufzeit von gerade einmal gut 75 Minuten nicht übertüncht werden kann. Denn selbst während dieser Zeitspanne treten immer wieder kleinere Längen auf den Plan. Dennoch konnte mich "Der Killerclown" zeitweise gut unterhalten und insbesondere die gelungene Grundstimmung hat mir gefallen. Manch einem wird das sicherlich kaum ausreichen, aber für einen kalten Winterabend ist das Werk ohne Weiteres geeignet.


Fazit:


Auf keinen Fall sollte man einen Film wie "Es" zum Vergleich heran ziehen, denn dagegen kann der vorliegende Beitrag noch nicht einmal ansatzweise heran reichen. Wer aber eine ordentliche Atmosphäre, mysteriöse Einlagen und eine teils hanebüchene Story zu schätzen weiß, der könnte an dieser Stelle auf seine Kosten kommen.


5,5/10

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