Jigsaw (2017)

horror1966
Beiträge: 296
Registriert: Di Feb 02, 2016 5:47 pm

Jigsaw (2017)

Beitragvon horror1966 » Do Mär 08, 2018 7:16 pm

Bild




Jigsaw
(Jigsaw)
mit Matt Passmore, Tobin Bell, Callum Keith Rennie, Hannah Emily Anderson, Clé Bennett, Laura Vandervoort, Paul Braunstein, Mandela Van Peebles, Brittany Allen
Regie: Michael Spierig / Peter Spierig
Drehbuch: Pete Goldfinger / Josh Stolberg
Kamera: Ben Nott
Musik: Charlie Clouser
keine Jugendfreigabe
Kanada / USA / 2017

Mehr als ein Jahrzehnt ist vergangen, seitdem John Kramer alias der Jigsaw-Killer sein Unwesen trieb. Doch eine neue Mordserie, so grausam wie einst, lässt die Polizei ihre Überzeugung noch einmal überdenken: Wenn nicht Jigsaw selber der Urheber der Bluttaten ist, wer könnte es dann sein? Die Zeit drängt, denn die Leichen häufen sich. Während der Killer sein Spiel ungehindert vorantreibt, muss endlich ein Ermittlungserfolg her. Oder kommt der neue Jigsaw etwa aus den eigenen Reihen?


Sieben Jahre ist es mittlerweile her als mit "Saw 7 - Vollendung" der bisher letzte Teil des erfolgreichen Franchise erschienen war. Schon damals vermutete man das definitiv noch nicht das letzte Wort gesprochen war und insbesondere eingefleischte Fans der Reihe hofften inständig, das die Geschichte um den berühmt-berüchtigten Jigsaw-Killer weiter erzählt wird. Volle sieben Jahre hat es dennoch gedauert bis man sich dazu durchringen konnte mit "Jigsaw" eine weitere Fortsetzung auf die Filmwelt los zu lassen, die unter der Regie der Spierig Brothers entstanden ist. Nun muss man sicherlich kein Hellseher sein um sich zu denken, das die Rezeptur der Erzählung keine sonderliche Innovation beinhaltet und so bekommt der Zuschauer letztendlich genau das geboten, was die Saw-Reihe bisher so ausgezeichnet hat. Wie schon in einigen der vorherigen Teile wird die Story in zwei parallel zueinander verlaufenden Handlungssträngen erzählt und auch ansonsten wartet man nicht unbedingt mit Neuerungen oder gar innovativen Ansätzen auf. Das mag nicht jedem gefallen, passt aber definitiv nahezu perfekt zu den bisherigen Filmen.

Die Regisseure bedienen sich der altbewährten Zutaten und vermischen diese zu einem durchaus sehenswerten Szenario, das allerdings nicht ganz an die Klasse der Vorgänger heran reichen kann. Sicherlich liegt das im Auge des jeweiligen Betrachters, aber "Jigsaw" erreicht auf keinen Fall die Intensität der letzten Teile. In erster Linie ist das bestimmt durch den enthaltenen Härtegrad zu begründen, denn im direkten Vergleich fällt der neueste Streich doch fast schon ein wenig zahm aus. Natürlich gibt es diverse blutige Einstellungen und auch einige etwas härtere Passagen zu sehen, aber in der Summe gesehen bewegt man sich bei diesem Aspekt in einem sehr überschaubaren Rahmen. Das kann man ebenso auf die hier verwendeten Fallen ummünzen, denn auch in dieser Beziehung hat man schon Besseres gesehen. An dieser Stelle hätte man sich also durchaus ein wenig mehr Einfallsreichtum gewünscht, aber dennoch möchte man auf gar keinen Fall in der Haut der jeweiligen Opfer stecken. Diese präsentieren sich wie eigentlich immer ein wenig konturlos und wirken so jederzeit austauschbar.

So fehlt es diesem Beitrag dann etwas an nötigen Überraschungsmomenten, dafür kann man sich allerdings auf einen Film mit einer überzeugenden und sehr dichten Atmosphäre freuen. Auch in diesem nunmehr achten Teil der Reihe entfaltet sich diese herrlich bedrohliche und sadistische Grundstimmung, die den Betrachter immer wieder in ihren Bann ziehen kann. Gleichzeitig ist ein konstant ansteigender Spannungsbogen zu erkennen, denn als mögliche Täter für die neuerlichen Greueltaten werden einem diverse Verdächtige präsentiert. Im Prinzip gestaltet sich also alles wie immer, was manch einem eventuell nicht ausreichen wird, um an dieser Stelle von einem durchgehend überzeugenden Werk zu sprechen. Für eingefleischte Fans der Reihe ist "Jigsaw" allerdings absolutes Pflichtprogramm, bekommt man doch eine durchaus spannende Geschichte serviert.

Letztendlich wird diese Fortsetzung ganz bestimmt die Meinungen spalten und viele Leute werden sich sogar die Frage stellen, ob man das Franchise überhaupt neu beleben musste. Ich sage ja, denn auch wenn definitiv keine neuen Impulse zu erkennen sind und alles nach einem altbewährten Schema abläuft, macht es immer wieder riesigen Spaß Jigsaw und Co. bei ihren Taten zu begleiten. Meinetwegen können gern noch weitere Ableger folgen, denn auch wenn man mittlerweile kaum mehr echte Überraschungen und Aha-Momente erwarten kann, sind die Saw-Filme immer noch eine absolute Bereicherung für das Genre. Um die Figur von John Kramer kann man wohl noch so einige Erzählungen zusammen schustern, auch wenn diese an manchen Stellen gut und gern mal etwas abstrus erscheinen.


Fazit:


Mit einem Abstand von sieben Jahren wird nun das Saw-Universum weiter ausgebaut und meiner persönlichen Meinung nach ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Die Zukunft wird zeigen ob noch weitere Ableger folgen werden und wenn dem so ist, sollte man jedoch definitiv zur etwas härteren Gangart zurückkehren.


7/10

Benutzeravatar
Black Papst
Beiträge: 21
Registriert: Mo Apr 03, 2017 9:22 pm

Re: Jigsaw (2017)

Beitragvon Black Papst » Fr Aug 17, 2018 6:03 pm

Nach 7 Jahren wurden die Fallen nun abgestaubt und erneut auf blutige Weise eingesetzt - sehr gelungen wie ich finde.

Mit "Jigsaw" durfte ich als Fan der Reihe in den Genuss des mittlerweile 8.Teils kommen.
Und entgegen allen lauten Stimmen, die "Jigsaw" zereißen und zerissen haben, war ich mal wieder einer der wenigen, welcher den Film richtig gut fand.

Was ich als positivsten Punkt ansprechen möchte ist, das "Jigsaw" kein Splatter Overkill wie sein direkter Vorgänger "Saw VII: Vollendung" ist, sondern vielmehr auf ruhiger smarter Linie balanciert wie der 1.Teil der Reihe.
Ruhig, trist. Der Film wirkt wie benutzt und abgestumpft schmutzig und dennoch unheimlich steril.
Die Geschichte wird für mich logisch weitergesponnen. Gut auf der einen Seite könnte man jetzt sagen, einen 8.Teil hätte es nun wirklich nicht gebraucht, auf der anderen Seite hab ich mich dann doch gefreut. Und für meinen Geschmack hat man es ganz gut gelöst. Vor allem, die Zeitspanne von 10 Jahren und die erneuten mysteriösen Todefälle und die Nachrichten eines doch totgeglaubten Jigsaws.

Die Darstellerriege hat ihren Job solide absolviert, wobei mir die Gerichtsmedzinierin mit ihrem Fetisch für Jigsaws Fallen doch besonders gefallen hat.
(Vielleicht oder gerade wegen ihren roten Haaren ^^).

Komme ich nun zum Punkt, bei welchem ich sämtliche Diskussionen absolut nicht nachvollziehen kann - Der Gewaltgrad.
"Jigsaw bietet durchaus derbe blutige Momente. Allerdings deutlich weniger als die vorigen Sequels ab "Saw III".
Die eher raren Splattereinlagen fungieren hier eher als Sahnehäubchen und bilden die brutalen Highlights. Gerade das letzte Opfer erinnerte an einen Kraken oder eine aufgehende Blüte (wer den Film gesehen hat, weiss was ich meine).
Für mich der absolute Highlight des Films, was die gezeigte Brutalität angeht.
Doch das war den "Fans" ja anscheinend viel zu wenig. In den Sequels davor hieß es immer "oh nein, nur noch Splatterorgien und keine Story..."
Und bei "Jigsaw" wird rumgebrüllt "zu wenig Splatter, Film ist scheiße..."
Mit "Jigsaw" hat die Reihe erstaunlicher Weise ein wenig frischen Wind bekommen und hat wieder etwas ruhiger begonnen, besinnt sich auf einen doch sehr geglückten Spagat zwischen Storytelling und Folterhorror und endet dann wieder ruhig, fast einem Flüstern gleich - und das ist wieder nicht das richtige für die "Fans"...
Falls noch ein 9.Teil kommt, freue ich mich jetzt schon auf die Hasstiraden :lol:

Mir hat "Jigsaw" jedenfalls sehr gut gefallen. Klar hat auch dieser Teil so seine Schwächen, doch sind diese nicht so prägnant und derart dilettantisch wie in dem ein oder anderen Vorgänger.

"Jigsaw" - ruhiger, reifer, und recht spannend inszeniert, wenn auch ab einem gewissen Punkt vorhersehbar. Für mich einer der besten Teile der Reihe (was natürlich viele nicht so sehen :lol: )
Back inBlack!

Benutzeravatar
Sebastian
Site Admin
Beiträge: 490
Registriert: Mo Dez 21, 2015 8:51 pm

Re: Jigsaw (2017)

Beitragvon Sebastian » So Sep 30, 2018 11:06 pm

Ich fand SAW 8 grundsätzlich nicht schlecht und habe auch eine Presse-Disc bekommen, aber ich kriege es einfach nicht hin eine Kritik zu schreiben. Es ist halt SAW und was soll man dazu noch sagen, ohne großartig zu spoilern? Am Schluss wurde es halt recht interessant aufgelöst, aber irgendwie fand ich das Ganze nicht wirklich befriedigend. SAW 8 ist irgendwie ein bisschen zu weit weg von der ursprünglichen Reihe.


Zurück zu „Horror, Splatter, Gore, Thriller“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste